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Sportabzeichen

Abnahme und Training für das Deutsche Sportabzeichen jeden 1. und 3. Donnerstag im Monat
von 17.00 bis 19.00 Uhr von Anfang Mai bis Ende Oktober auf der Sportanlage Tilbecker Straße

Ansprechpartner: Ingrid Kleinschmidt 02534-1225 und Johannes Schulze-Everding 02534-9396







Sportabzeichen bleibt Dauerbrenner: Die Olympia-Medaille für jedermann

Wer kennt das nicht: Neues Jahr, neue Vorsätze. Wie wäre es 2019 Mal mit Training und Prüfung zum Sportabzeichen?

 

Ganz egal, ob es in Strömen regnet oder gerade die Sonne mit vom Himmel lacht: Während der Saison jeden Donnerstag kurz vor 17 Uhr betritt Ingrid Kleinschmidt die Sportanlage im Münsteraner Stadtteil Roxel. Stoppuhr und Maßband hat sie griffbereit, dazu noch Kugelschreiber und Prüfkarten. So wie hunderte andere Menschen in ganz NRW engagiert sie sich als ehrenamtliche Prüferin für das Deutsche Sportabzeichen. Und das mit 80 Jahren!

Fit wie ein Turnschuh, dieses Prädikat trifft auf die rüstige Seniorin vollauf zu. Seit vielen Jahren ist Ingrid Kleinschmidt begeisterte Leichtathletin, hat selbst über 40-mal die Prüfungen für das Sportabzeichen absolviert – und ließ sich schließlich ermuntern, den Übungsleiterschein zu machen. Das ist auch bereits über 20 Jahre her, seitdem misst die ehemalige Lehrerin unermüdlich Zeiten, Höhen und Weiten, motiviert die Freizeitsportler und hat immer einen guten Tipp parat, damit es mit dem Abzeichen klappt. Seit 2012 bildet sie ein eingeschworenes Team mit Johannes Schulze Everding (51, von Beruf Polizeihauptkommissar): „Ingrid lebt das Sportabzeichen, ohne ihren Einsatz wäre das alles kaum vorstellbar“, betont der ehrenamtliche Stützpunktleiter für die Sportabzeichen-Abnahme in Roxel.

Fleißige Sportler selbst im Rekordsommer

Eines allerdings muss das „Golden Girl“ der Leichtathletik in Münster mit einem Schmunzeln einräumen: Das Sportabzeichen ist nochmals deutlich älter als sie selbst. Schon 1912 wurde die Grundidee geboren. Während andere Traditionen mit der Zeit etwa Staub ansetzen, bleibt das Sportabzeichen beliebt und angesagt. Über 222.000 Freizeitsportler haben im Jahr 2017 laut Landessportbund Nordrhein-Westfalen (LSB NRW) die Aufgaben landesweit bestanden, eine seit Jahren konstante Zahl. Aber hat womöglich der rekordverdächtige Sommer 2018 die Motivation beeinträchtigt? Nein, sagt LSB-Pressesprecher Frank-Michael Rall: „Die Stützpunkte melden ein unverändert hohes Interesse, selbst bei hohen Temperaturen wurde fleißig und regelmäßig trainiert.“

Vier Fähigkeiten gefragt

Das gilt auch für den Münsteraner Ortsteil Roxel: Rund 90 Personen legen hier jährlich die Prüfungen ab, berichtet Schulze Everding, viele davon sind Wiederholer. „Teilnehmer, die neu zu uns kommen, sind meist zwischen 40 und 50 Jahren alt – das sind typischerweise diejenigen, die etwa Kollegen, dem Ehepartner oder sich selbst beweisen wollen, dass sie noch nicht eingerostet sind.“ Mit der Vielfalt an Disziplinen ist das Sportabzeichen dafür wie geschaffen. Grundsätzlich geht es bei den „Olympischen Spielen für jedermann“ um die vier Kernfähigkeiten Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination. Die jeweilige Disziplin können die Teilnehmer aus verschiedenen Alternativen selbst auswählen – Sprint, Weit- oder Hochsprung, Seilhüpfen oder Schleuderball, jeder findet garantiert die persönlichen Stärken heraus.

Sozial auf dem Platz – und auch im Web

Dass sich die Freizeitsportler dabei gegenseitig motivieren, ist eine Selbstverständlichkeit. Auf dem Roxeler Sportplatz etwa kennt man sich und unterstützt sich aktiv mit Trainingstipps. Und wenn die Zeit über 50 Meter nicht reichen sollte, ist ja auch noch Ingrid Kleinschmidt da. Sie feuert zusätzlich an und hilft mit, dass jeder ein persönliche Erfolgserlebnis feiern kann. „Social“ ist das Sportabzeichen jedoch nicht nur im Miteinander vor Ort – sondern ebenso was Smartphone & Internet betrifft. Die Web-App unter sportabzeichen.dosb.de zum Beispiel macht es jetzt noch einfacher, Stützpunkte und Termine vor Ort zu finden, sich per Social Media mit anderen zu messen, die eigenen Trainingsdaten zu erfassen – und zu überprüfen, ob es bereits für Gold, Silber oder Bronze reicht.

Zurück nach Roxel. Stützpunktleiter Johannes Schulze Everding hat für die Zukunft vor allem einen Wunsch: „Wir benötigen noch mehr Ehrenamtliche, die sich so wie Ingrid Kleinschmidt als Übungsleiter und Prüfer für andere engagieren.“ Für die Seniorin ist es jedenfalls eine Ehrensache, dass sie am nächsten Donnerstag wieder pünktlich auf dem Sportplatz steht: „Es ist einfach ein gutes Gefühl, auch im Alter noch gebraucht zu werden.“